unwichtige Gedanken – und Erfahrungen mit Schlauchmagen und Magenbypass

Eine interessante Diskussion über Waffen und co.

nachdem ich dies  bei FB geteilt hatte, entspann sich eine interessante Diskussion. Die Namen habe ich mal neutralisiert:

M: Die CDU/FDP haben sie wohl nicht mehr alle!!!

C: Ja, die Leihstimmen. Ich bin ziemlich sicher, dass die FDP durch massive Leihstimmen den Wiedereinzug schafft. Für die Bundesebene bedeutete so ein Ergebnis allerdings eher Stagnation statt Befreiungsschlag.

J: Die FDP ist also die Vertretung der NRA in Deutschland? Wer hätte das gedacht.

H: Ich würde ja die Haltung der FDP in diesem Punkt im Vergleich zu den stasihaften Plänen von Rot-Grün als sehr vernünftig verteidigen, aber aufgrund des unvernünftigen Festhaltens an der Studiengebühr in Bayern habe ich gerade keine Lust darauf, für die FDP eine Lanze zu brechen.

A: Achso. Als Jäger stehe ich unter Generalverdacht. Und als Dankeschön für das Wahrnehmen der Regulierungsaufgabe darf ich extra Steuern bezahlen. Ahja.

I: Zweitstimme FDP…………

ich: Die Kritik seitens der Jäger kann ich gut verstehen. Mir geht es eher um die Sportschützen.

A: Tja, leider ist diese Differenzierung niemals Teil eines Gesetzesvorschlages gewesen. Und auch nicht Teil dessen, was du hier propagierst.

ich: ein „weiter so“ finde ich angesichts dessen, dass bei praktisch allen „Amokläufen“ Kinder von Schützenvereinsmitgliedern offenbar problemlos an die Waffen ihrer Eltern gekommen sind, schlimmer, als ein wenig in die anderer Richtung zu übertreiben.

A: Es ging NIEMALS daraum, dass eine sachgemäß aufbewahrte Waffe verwendet wurde. Das EINZIGE was wirklich sinnvoll ist, sind Kontrollen. Sonst nichts. Alles andere ist Augenwischerei und Blödsinn. Btw: Die Verbrechen, die mit legalen Waffen verursacht werden, stehen in absolut keinem Verhältnis zu dem, was hinsichtlich Waffenrecht gefordert wird und der Anzahl der Verbrechen, die mit illegalen Waffen verübt werden. Und ich möchte ehrlich gesagt nicht, dass ich irgendwelche biometrischen Sensoren an meiner Waffe habe, mehr Steuern bezahlen muss oder mehr Geld in die sichere Aufbewahrung investieren muss. Um Amokläufe zu verhindern, sollte man sich eher mit der Ursache beschäftigen und nicht mit dem Symptom. Aber das wäre ja zu teuer. Und zu kompliziert. Und zu unbequem.

ich: Da hast du durchaus recht. Das Problem ist: wer bezahlt die Kontrollen? Der Steuerzahler? Insofern ist es durchaus sinnvoll, die Kontrollen kostenpflichtig zu machen.

A: Möchte der Steuerzahler, dass seine Kinder und Enkel in schönen, sich selbst verjüngenden Dauerwäldern spazieren gehen? Möchte der Steuerzahler, dass sich irgendwer um das Wild kümmert, dass seinen Kotflügel zerdeppert hat? Möchte der Steuerzahler, dass ihm irgendwer leckeres Wildbret von echtem Wild organisiert? Also. Dann zahl dafür.

ich: Ich denke, eine sinnvolle Lösung könnte sein, dass Jäger die Kontrollkosten als Werbungskosten absetzen können oder dergleichen. Damit hat man auch den Unterschied zwischen Sportschützen und Jägern auf eine Art und Weise eingebunden, die systemkonform ist.

A: Eine sinnvolle Lösung wäre, wenn Leute mal anfangen würden nachzudenken. Insbesondere bevor sie Propagandamaterial verbreiten.

ich: Ich sehe schon, wir werden in der Frage nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

A: Gut erkannt. Die FDP hat im Übrigen bei der letzten BuTa-Wahl meine Stimme bekommen. Warum? Weil die als einzige (!) der großen Parteien zur Waffenfrage gesagt haben: Passt doch. Alle anderen brüllten – der mediengemachten öffentlichen Stimme folgend – nach Verschärfung, Verbot und anderen Blödsinn wie Sammelstellen. Ich find’s erschreckend, wiel bereitwillig du die Beschneider meiner Rechte unterstützt.

ich: Ich muss ganz deutlich sagen: die Lage ist so, wie sie ist, eben nicht in Ordnung. Wie du schon selbst sagst, fehlen die Kontrollen. Und die müssen finanziert werden. Man kann es sich natürlich auch ganz leicht machen und sagen: wenn sich alle an alles halten, dann passt es doch. Mit der selben Begründung könnten wir auch die Polizei abschaffen. Die Wirklichkeit ist eine andere. Und das ist keine Medienkampagne, sondern schlicht die Wahrheit.

ich: Und ich befürworte durchaus Regelungen, die die Rechte von Leuten einschränken, die ich mag. Wenn ich eben die Notwendigkeit dieser Regeln erkenne. Und das ist hier so ein Fall.

A: Der Ruf dieses kleinen Zettels ist aber nicht ausschließlich der nach Steuern (was schlimm genug ist) und Kontrollen. Sondern auch der, MEINE Grundrechte mit Füßen zu treten. MICH unter Generalverdacht zu stellen. Warum? Weil ich eine Waffe besitze. Die ich brauche um mir für den Rest der Deutschen die Hände schmutzig zu machen. Und warum? Damit man sich nicht die Frage stellen muss, weshalb ein Mensch überhaupt andere Menschen umbringen will. Wie es sein kann, dass Jugendliche mit Waffen in die Schule rennen. Um sich nicht fragen zu müssen, ob die Lehrer unterbesetzt und überfordert sind. Auch sieht dieser Zettel keinen Unterschied zwischen Jäger und Sportschütze. Er brüllt laut – das ist alles. Es ist NICHT notwendig, mein Haus ohne mein Einverständnis zu betreten nur weil ich eine Waffe besitze. Es ist NICHT notwendig, mich mit Steuern zu belasten. Es ist an der Zeit, der Gesellschaft in der wir leben ganz andere Fragen zu stellen. Aber leichter und bequemer ist es, MICH, das was ich LEISTE damit DU es nicht machen musst, mit Füßen zu treten.

ich:  Das stimmt. Da kommen wir wieder zusammen. Das Ding ist zu pointiert und die Forderungen sind teilweise nicht sinnvoll. Insofern stimmt auch, dass ich noch etwas hätte über das Ding nachdenken sollen, bevor ich es teile.

A: Bei Betrachtung der ersten drei Kommentare steht wohl zu befürchten, dass du als einziger zu dieser weisen Einsicht gelangt bist…. Ich bin umgeben von Schafen….

ich: Der Verlauf dieser Diskussion ist auch der Grund, warum ich mich entschlossen habe, nicht einfach jetzt das Posting als ganzes zu löschen. Denn ich finde, deine Argumente wichtig und es wäre schade, wenn sie verschwänden.

A: Die Wahrheit wird nie verschwinden… Muaahaaaa

E: von Steuer und Gebühr einer Kontrolle kann man ja halten was man will – wird die Waffenbesitzer schon nicht umbringen ein paar Euro zu berappen. Das große Problem ist allerdings die Forderung nach „zentraler Lagerung“ – was soll das? Ein System zu schaffen wo sich Kriminelle mit einem Einbruch im Zentrallager nen 7.5-Tonner voller Waffen besorgen halte ich für..dämlich.

ich: Das stimmt absolut! Ich denke, mehr Kontrollen sind sicher sinvoll und müssen finanziert werden. Entweder indem sie gebührenpflichtig werden, oder indem eine zweckgebundene Steuer erhoben wird. Ersteres ist wahrscheinlich wegen der Möglichkeit, es ggf. als Werbungskosten geltend zu machen, sinnvoller. Auch die Idee mit einer biometrischen Kodierung finde ich auf den ersten Blick nicht so schlecht.

E: eine jährliche Kontrolle halte ich auch für sinnvoll, ähnlich wie der Schornsteinfeger ja auch vorbeikommt. Der nimmt seine 17,40 Euro (..oder so) und gut is.

A: Biometrische Systeme sind nicht zielführend. Die, die sinnvoll wären (=Retinascanner) sind zu teuer. Die, die erschwinglich sind, sind für Jäger ein Graus. Eine Verletzung am Finger (die nicht selten ist) und schon war’s das mit der Pirsch. Weiterhin gibt’s derzeit keine wirklich funktionierenden Sperrsysteme. Eine Gebühr sollte wenn dann auf alle Steuerzahler umgelegt werden. Erst unterstellt man mir Missbrauch und dann darf ich den Beweis des Gegenteils selbst bezahlen. Klingt sehr amerikanisch. Und wie gesagt: Der Jäger bekommt keinen Cent vom Steuerzahler dafür, dass er jedes Reh mit dem Hund nachsucht dass von einem unvorsichtigen Autofahrer angefahren wurde. Keinen Cent. Von niemandem. Wenn ihr das nächste Mal nen Wildunfall baut und der Jäger kommt, gebt ihm ein Trinkgeld.

ich: mir scheint, da ist einiges im Argen. Natürlich ist das mit den Amokläufen ein Problem, das man an der Wurzel packen muss, aber es gab eben doch Vorfälle mit ungenügend gesicherten Waffen in Privathaushalten. Dass man da etwas machen sollte, denke ich weiterhin. Eine angemessene finanzielle Stellung der Jäger ist sicher ein weiteres Problem und tangiert dieses Thema naturgemäß, wie wir ja gerade sehen. Alles in allem merke ich, dass ich im Thema zu wenig drinstecke und daher froh bin, dass ich von A. hier meine Wissenslücken deutlich gemacht bekomme.

A: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal….“ Vielleicht verstehst du jetzt auch meine Abneigung gegen die gegenwärtige Berichterstattung und Aufarbeitung solcher Themen.

F: Ich lese hier die ganze Zeit etwas von der Verletzung von Grundrechten. In welchem Artikel des Grundgesetzes ist noch mal das Recht auf Waffenbesitz festgeschrieben? Die Vorlesung muss ich damals bei Staatsrecht verpasst haben.

ich: ich denke, da geht es eher um Sachen wie Unverletzlichkeit der Wohnung und so. Aber das zu erklären überlasse ich lieber der Dame vom Fach.

A: Ich habe das Bedürfnis zum Waffenbesitz durch meine Ausbildung nachgewiesen. Wenn der Staat die Jagd an Privatpersonen diligiert (was tatsächlich billiger ist als jede Alternative) geht dies einher mit Waffen in Privatwohnungen. Ich habe also das Privileg bzw. die Erlaubnis, Waffen zu besitzen. Und jetzt wird mir pauschal mal Missbrauch unterstellt der rechtfertigt, dass Vertreter einer staatlichen Behörde ohne Gerichtsbeschluss und ohne Gefahr in Verzug meine Wohnung betreten. Das ist inkonsequent. Wenn der Staat mir als Privatperson pauschal misstraut soll er sich doch bitte selbst um die Regulierung der Wildbestände kümmern. Aber mir diese Aufgabe anvertrauen und dann sagen, ich würde mit den dazu benötigten Werkzeugen so grob fahrlässig umgehen, dass es schon bedingter Vorsatz ist, ist einfach nur scheinheilig. Wenn der Staat die Großkalibersportschützen an die Leine nehmen will – bitte, nur zu. Aber beim Jäger schneidet er sich ins eigene Fleisch. Weiterhin (achtung, es folgt zündstoff) ist es doch recht naiv, das Waffenmonopol dem Staat zu überlassen. Die sollten Angst vor uns haben, nicht wir vor ihnen.ich: Irgendwie schade, dass diese Diskussion hier in einem FB-Kommentar-Thread versteckt ist, wo sie kein Schwein finden wird.

H: Das Problem ist, dass oftmals in der Öffentlichkeit ein bestimmtes „Feind“bild geprägt wird, das von ein paar wenigen schwarzen Schafen ausgelöst wird, egal ob Islamisten, Waffenbesitzer oder Fußballfans. Es kann nicht die Lösung sein, eine komplette Gruppe unter Generalverdacht zu stellen und sie so lange für schuldig zu erklären, bis sie ihre Unschuld bewiesen haben. Dann können wir auch gleich die Judensterne wieder rausholen (ok, böser Scherz). Eine Lösungsfindung gemeinsam mit den indirekt Betroffenen (also denen, die keine schwarzen Schafe sind, aber mit ihnen in einen Topf geworfen werden) ist immer ein freiheitlicherer Ansatz als jemandem etwas aufzuzwingen. Ist schon komisch: Wenn ich behaupten würde, alle Soldaten seien Mörder, würde ich verurteilt werden, einen Politiker, der alle Waffenbesitzer generell erstmal für eine überwachenswürdige Gefahr hält, würde man wählen. Verdrehte Welt.Tja, und damit das hier weiterdiskutiert werden kann, stehts jetzt hier…

Leave a Reply