unwichtige Gedanken – und Erfahrungen mit Schlauchmagen und Magenbypass

Wer Moslem ist und wie ein Moslem denkt bestimme ich!

Was mir im Rahmen der Flüchtlings- und Integrationsdebatte auffällt ist folgender Punkt:

Ganz oft wird etwas damit begründet, dass der Islam demokratiefeindlich sei.

Die Frage, die ich mir stelle ist: wie kommt es dann, dass die Muslime in meinem Bekanntenkreis so wenig Probleme mit der Demokratie haben – weitaus weniger als z.B. die Musterdeutschen der AfD und Pegida.

Ich denke, es liegt daran, dass man allzusehr geneigt ist, die Definition dessen, was den Islam ausmacht, den Extremisten zu überlassen. Das ist ungefähr so, als würde man die Definition des Christentums von den Piusbrüdern, dem Klu Klux Klan, fundamentalistischen evangelikalen Sekten oder dergleichen übernehmen

Das kann man natürlich tun. Allerdings sollte man dann auch den Rest des Weltbildes dieser Extremisten übernehmen und sagen: all jene, die diese strenge Auslegung des Islam nicht teilen, sind keine echten Muslime.

Dann kommt es wieder alles prima hin. All die ganzen Flüchtlinge sind keine echten Muslime, und da nur echte Muslime demokratiefeindlich sind, ist der Glaube der Flüchtlinge kein Integrationshindernis.

Oder man macht es so wie bei allen anderen Religionen und Weltanschauungen und orientiert sich nicht an den Extremen, sondern an der großen Mehrheit. Denn ja, im Koran und in den Hadithen stehen Dinge, die sich mit der Demokratie nicht in Einklang bringen lassen. In der Bibel aber auch. Dennoch kommt niemand mehr heutzutage auf die Idee, Christentum und Demokratie seien nicht in Einklang zu bringen. Auch Deutsch-sein und Demokratie scheint inzwischen zusammenzupassen. Vor einigen Jahrzehnten hätte man da zurecht noch deutliche Zweifel äußern können!

Die große Mehrheit der Muslime lebt ihren Glauben in einer zeitgemäßen Form, die ohne größere Schwierigkeiten mit der Demokratie zusammenpasst. Das sieht man schon daran, dass es sehr große islamische Länder gibt, die funktionierende Demokratien sind. Und auch daran, dass eben die muslimischen Flüchtlinge sich durchaus gerne demokratische Länder als Ziel ihrer Flucht aussuchen. Die kommen nicht hierher, weil ihnen die Demokratie nicht passt. Die kommen hier her, weil sie gerne in einer Demokratie leben wollen – das war ja der Anlass des Bürgerkrieges in Syrien, falls das jemand vergessen haben sollte.

Natürlich gibt es Leute, die sich als Muslime betrachten, deren Weltbild mit der Demokratie nicht in Einklang zu bringen ist. Aber das gibt es mit jeder Weltanschauung. Nur deshalb zu behaupten, Muslime könnten sich in Deutschland nicht integrieren, hat vorallem eine Wirkung: es erschwert die Integration und treibt die gemäßigten, integrationsfähigen Muslime den Extremisten in die Arme.

Also mein Appell: übernehmt nicht das Weltbild der Extremisten! Ihr spielt ihnen nur in die Hände!

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