unwichtige Gedanken – und Erfahrungen mit Schlauchmagen und Magenbypass

Fantasy Film Fest Nights 2016

Dieses Jahr ging es zu den Fantasy Film Fest Nights nach Berlin, da mein Vater mich dorthin mitnehmen konnte und mir den Hotelaufenthalt spendiert hat.

Samstag

Veteran

Ein Koreanischer Cop-Film mal wieder. Diesmal beginnt es humorig, bis aus Spaß Ernst wird. Dieser Bruch hat mich zunächst gestört, inzwischen finde ich ihn als Stilmittel garnicht so schlecht.
8 von 15 Punkten.

Emelie

Der Film beginnt durchaus stark, aber dann kommt der Moment, an dem viel zu früh die Gründe für das Verhalten der Hauptperson aufgeklärt werden. Von da an kippt er und wird ein langweiliger „Kevin allein zuhaus“-Abklatsch.
4 von 15 Punkten.

The Lobster

Ein sehr skurlier Film, bei dem es wohl sehr darauf ankommt, ob er einen erreicht oder nicht. Mich hat er erreicht, auch wenn ich noch nicht sicher bin, was er mir sagen will.
13 von 15 Punkten.

High-Rise

Technisch ist dieser Film klasse, aber er erreicht mich irgendwie nicht. Zu abrupt zerstört sich hier die Gesellschaft, so dass die Glaubwürdigkeit darunter leidet. Für mich hätte es entweder mehr Zwischenschritte oder eine klarere Abgrenzung von der Wirklichkeit (wie sie z.B. The Lobster deutlich bringt) bedurft.
10 von 15 Punkten.

Pandemic

Ein Totalausfall. Vielleicht ließe sich dieses Machwerk als Parodie retten, wenn man die Handlung nach Deutschland verlegt und dort thematisiert, dass auch bei der Zombie-Apokalypse ein Personenbeförderungsschein oder eine offizielle Einweisung in das GPS-Gerät noch eine relevante Schlüsselqualifikation darstellen. Die unsäglichen Effekte und schauspielerischen Leistungen (Alfie Allen mal ausgenommen, der selbst auf Autopilot noch alle anderen an die Wand spielt, mal ausgenommen), Logiklöcher, in denen man ganze Sonnensysteme parken und rangieren kann, alles ist grässlich an diesem Film.
2 von 15 Punkten.

Sonntag

What We Become

Ein ruhiges beinahe-Kammerspiel, das alles das richtig macht, was Pandemic falsch macht. Hier wird mit geringem Aufwand das gezeigt, was man eben zeigen kann. Was man nicht zeigen kann, wird eben per Ton oder nur per Schilderung übermittelt. Die klaustrophobische Wirkung, die Zerrissenheit der Charaktere, deren Handlungen stets nachvollziehbar bleiben, hier stimmt einfach alles. Und das mit sehr bescheidenen, klug eingesetzten Mitteln.
14 von 15 Punkten.

The Survivalist

Ein weiterer ruhiger Film. Hier wird kaum mal ein Wort gesprochen, die Kamera lässt sich Zeit. Aber das Drama wird dadurch um so stärker. Grandiose Schauspieler transportieren hier mit ihren Blicken sehr viel.
13 von 15 Punkten.

Moonwalkers

Eine Kommödie gab es auch, und zwar nicht die schlechteste. Der Film ist albern, aber das will er auch sein und dann ist das völlig in Ordnung.
11 von 15 Punkten.

The Witch

Durch das Q&A hat der Film bei mir noch ein bisschen gewonnen, denn die Idee, die Gedankenwelt der Menschen des 17. Jahrhunderts ernstzunehmen, scheint mir gelungen umgesetzt. Wiedermal großartige Schauspieler, insbesondere in den Kinderrollen.
13 von 15 Punkten.

Green Room

Hier stand ich vor der Qual der Wahl: gucken oder einen Abendzug nehmen. Und die Nacht dranzuhängen und umständlich zu fahren hat sich gelohnt. Der Regisseur von „Blue Ruin“ hat hier den Fehler seines letzten Films nicht wiederholt, sondern seinen Protagonisten glaubwürdige, nachvollziehbare Motive für ihr Handeln gegeben. Technisch und erzählerisch wirklich gut gemacht.
12 von 15 Punkten.

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