unwichtige Gedanken – und Erfahrungen mit Schlauchmagen und Magenbypass

Trümmer

Die letzten 3 Tage standen im Zeichen der Ruinen.

Vorgestern gings erstmal nach Karthago. Das ist irgendwie ein Muss, wenn man in Tunesien ist. Aber wie so viele schon geschrieben haben: es lohnt sich eigentlich nicht. Danach gings noch nach Sidi Bou Said, einen weiteren Nobelvorort von Tunis. Hier waren mal ein paar Maler, darum wird man hier her geschleppt. Ist ganz nett, muss man aber nicht gesehen haben.

Eigentlich wäre auch Tunis Teil dieses Ausflugs gewesen. Aber das Bardo-Museum wird gerade umgebaut und die besten Stücke sind auf der Weltausstellung in China. Und da es derzeit in Tunis selbst etwas unruhig ist, fiel dieser Teil eben weg.

Deutlich lohnender als Karthago ist Kerkouane. Dahin ging es gestern, im Rahmen einer Cap-Bon-Rundreise. Als allererstes gings erstmal in die Altstadt von Hammamet. Da war ich zwar schon, aber gut, schadet ja nicht. Von da gings weiter nach Nabeul in eine Töpferei. Recht sehenswert vorallem die Vorführung eines Töpfers. Die Waren allerdings waren hier teurer als in dem Laden in Keirouan. Entsprechend habe ich nichts gekauft.

Von Nabeul aus fuhren wir dann nach Kelibia, einem Fischerort am Fuße einer alten Festung. Warum der Bus ganz am hintersten Ende des Hafens hielt, wird das Geheimnis unseres Führers bleiben. Der Ort selbst ist recht sehenswert, voralle, weil er noch nicht so touristisch erschlossen ist.

Danach kam das Highlight, eben besagtes Kerkouane. Eine Stadt, die im 2. Punischen Krieg zerstört wurde und danach nicht mehr besiedelt wurde. Das heißt, alle Trümmer sind hier punisch-phönizisch, nichts ist römisch. Das einzige, was wirklich schade ist, ist dass die Beschriftungen in dem kleinen Museum neben der Ausgrabungsstätte nur auf Arabisch und Französisch sind. Einzige Ausnahme ist das Stadtmodell, das ist lustigerweise nur auf Deutsch beschriftet.

Die Steine für Kerkouane ebenso wie für Karthago haben die Punier an der Spitze von Cap Bon geholt. Die entsprechenden Steinbrüche konnten wir nur von weiten sehen. Sie sind immer nach der Regenzeit noch ein paar Wochen nicht zu besuchen, da sie dann einsturzgefährdet sind. Immerhin gab es hier Mittagessen in einem sehr niedlichen Hotel, das ich mir für einen späteren erneuten Urlaub vorgemerkt habe. Überhaupt ist Cap Bon eine Gegend, in die ich mir vorstellen könnte, später mal auszuwandern, als Rentner dann natürlich erst.

Der Rückweg führte uns dann an der Nordseite der Landzunge über Grombalia nach Bou Argoub. Dort war eine Weinprobe. Gut, mich als jemand, der Wein nicht verträgt, hat das nicht soo gereizt. Aber was solls.

Heute habe ich mir dann mal die Sehenswürdigkeiten von Hammamet selbst angesehen. Zunächst das Dar Sebastian, in dem das Kulturzentrum untergebracht ist. Hier stellte ich fest, dass ich einem Vorurteil aufgessen war. Öfters schon hatte ich vom Strand aus seltsame Konstruktionen gesehen, die ich als Überwachungstürme gedeutet hatte. Nun stellte sich heraus, dass das die Beleuchtungstürme für das moderne Amphitheater waren! Tja, erwischt.

Weiter gings nach Pupput, einer Ausgrabungsstätte zwischen Hammamet und Yasmine. Witzigerweise war dort der selbe Mann als Eintrittskartenverkäufer tätig, den ich vorher schon beim Besuch der Kasbah von Hammamet in dieser Funktion gesehen hatte. Er erkannte mich wieder – ich ihn nicht gleich – und wir versuchten uns zu unterhalten. Leider scheiterte das daran, dass ich kaum Französisch und er kaum Englisch sprach. Sehr schade. Pupput selbst ist nun nicht gerade die Wucht, aber ok – vorallem, wenn man zu Fuß hingehen kann.

Apropos Fuß: ich habe den Fehler gemacht, heute meine Sandalen anzuziehen, die ich hier gekauft habe. Sie sind noch nicht richtig eingelaufen und ich hoffe mal, ich kriege keine Blasen an den kleinen Zehen.

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